Am Letzten Spieltag mussten wir uns knapp mit 4:5 bin Pohlheim geschlagen geben.
Trotzdem haben wir den Tag ausklingen lassen und unsere Spieler sowie Trainer in besonderem Rahmen verabschiedet und gewürdigt.
Danke für euren Einsatz, eure Leidenschaft und die gemeinsame Zeit.
Nach einer starken ersten Halbzeit und einer verdienten 2:0-Führung (Saran Kumar) haben wir auch nach der Pause nicht nachgelassen und den Deckel draufgemacht - mit
dem 3:0 (Saran Kumar) bei der SG Langstadt/Babenhausen war der Klassenerhalt perfekt!

Ein riesiges Dankeschön an alle Spieler, Trainer, Betreuer, Sponsoren und an alle, die uns über die gesamte Saison unterstützt haben. Ohne euch wäre das nicht möglich
gewesen.

Außerdem möchten wir unserem Trainer sowie den Spielern, die uns verlassen werden, von Herzen Danke sagen. Wir wünschen euch für eure neuen Aufgaben und Wege nur
das Beste, viel Erfolg und viele tolle Erfahrungen. Ihr habt bei uns jederzeit einen Platz und bleibt immer Teil unserer Mannschaft.
Eine Spielzeit voller Tore, Turbulenzen und personeller Veränderungen liegt hinter dem
Hessenligisten SV Rot-Weiß Walldorf. Während die Mannschaft mit 90 Treffern zu den
offensivstärksten Teams der Liga gehörte, sorgten abseits des Platzes zahlreiche
Unruhen für schwierige Rahmenbedingungen. Dennoch zieht Kapitän Marvin Redl nach
dem zehnten Tabellenplatz ein insgesamt positives Fazit.
Die Saison 2025/26 verlief für die Rot-Weißen in vielerlei Hinsicht stürmisch. Sportlich
überzeugte die Mannschaft vor allem mit ihrer Offensivkraft. Nur Meister Eintracht
Frankfurt U21 erzielte mehr Tore als die Walldorfer. Gleichzeitig wurde der Verein von
personellen Entscheidungen erschüttert. Nachdem die Fußballabteilung Ende Dezember
überraschend die Trennung von Trainer Artur Lemm zum Saisonende angekündigt hatte,
folgte wenige Monate später sogar dessen vorzeitige Entlassung.
Trotz der Unruhe im Umfeld blieb die Mannschaft eng zusammengeschweißt. „Der
Zusammenhalt der Mannschaft stand nie infrage", betont Innenverteidiger und Kapitän
Marvin Redl. Zur Winterpause hatte sich RW Walldorf noch auf Rang sechs der
Hessenliga etabliert und durfte von einer Platzierung in der Spitzengruppe träumen.
Als entscheidenden Wendepunkt der Saison sieht Redl die unglückliche 2:3-Niederlage beim FC Gießen. Das späte Gegentor in der 86. Minute verhinderte nicht nur einen
wichtigen Auswärtserfolg, sondern leitete eine schwierige Phase ein. Zu diesem Zeitpunkt trennten die Walldorfer als Tabellenachter lediglich sechs Punkte von den
drittplatzierten Gießenern. Statt den Anschluss nach oben herzustellen, folgten weitere Rückschläge.
Nach der Niederlage gegen Gießen unterlag RW Walldorf auch dem Hanauer SC mit 2:4. Kurz darauf wurde Trainer Lemm freigestellt. Unter Interimstrainer Niklas Grimm blieb
die Mannschaft zunächst sieglos und kam gegen Waldgirmes sowie Eddersheim nicht über Unentschieden hinaus. „Ab dem Punkt war die Saison dann ehrlicherweise durch,
was irgendwelche Ambitionen nach vorne angeht", sagt Redl rückblickend.
Zwar rückte die Abstiegszone zwischenzeitlich näher, ernsthafte Sorgen um den Klassenverbleib machte sich die Mannschaft jedoch nicht. Spätestens der spektakuläre 5:3-
Erfolg gegen den Hünfelder SV sorgte für die nötige Sicherheit.
Ein großes Problem blieb die Defensive. Mit 76 Gegentoren stellte RW Walldorf eine der anfälligsten Abwehrreihen der Liga. Für Redl liegt die Ursache allerdings nicht in den
unterschiedlichen Spielsystemen der Trainer. Sowohl unter dem offensiv ausgerichteten Artur Lemm als auch unter Interimstrainer Grimm, der verstärkt auf kompakte
Blockverteidigung setzte, fehlte häufig die notwendige Stabilität. Besonders in den Schlussphasen kassierte die Mannschaft immer wieder vermeidbare Gegentreffer nach
Standardsituationen oder abgefälschten Schüssen. Hinzu kamen individuelle Fehler und aus Sicht des Verteidigers auch eine Portion Pech. „Wir haben mindestens acht Mal
ein Tor des Tages mit überragenden Schüssen bekommen", erklärt Redl.
Deutlich erfolgreicher präsentierte sich die Mannschaft dagegen im Angriff. Bemerkenswert dabei: Die Winterabgänge von Nathan Doganay und Hady Kallo, den bis dahin
produktivsten Scorern des Teams, konnten überraschend gut aufgefangen werden. Insgesamt verteilten sich die 90 Saisontore auf 21 verschiedene Torschützen - ein Beleg für
die große offensive Breite im Kader.
Mit dem erreichten zehnten Tabellenplatz kann Redl deshalb leben. „Ganz okay" lautet sein nüchternes Urteil über die Spielzeit.
Die Herausforderungen für die kommende Saison werden jedoch nicht kleiner. Der Verein steht vor einem umfassenden Umbruch. Mittlerweile wurden 14 Abgänge
bekanntgegeben, gemeinsam mit den Winterwechseln summiert sich die Zahl sogar auf 16 Spieler. Besonders schwer wiegt dabei der Verlust wichtiger Leistungsträger. Allein
Doganay, Kallo, Bennett Kruse, Tim Grünewald und Benedikt von Hagen erzielten zusammen 46 Tore und damit mehr als die Hälfte aller Walldorfer Treffer.
Während zahlreiche Spieler den Verein verlassen, bleibt Marvin Redl seinem Klub treu. Obwohl bei vielen Akteuren Zweifel an der sportlichen Planung aufgekommen seien,
sieht der 25-Jährige den Verein weiterhin auf einem soliden Weg. „Ich fühle mich hier sehr wohl", sagt der Student der Business Administration aus Niedernhausen. Besonders
das Vertrauen und die Wertschätzung, die ihm von Vereinsseite entgegengebracht würden, hätten seine Entscheidung beeinflusst. Zudem lasse sich der Fußball in Walldorf
ideal mit Studium und Alltag vereinbaren.
So endet eine Saison voller Höhen und Tiefen mit einem versöhnlichen Fazit: Trotz aller Turbulenzen blieb die Mannschaft intakt. Dieser Zusammenhalt könnte für den
bevorstehenden personellen Umbruch der wichtigste Baustein sein.
Neuzugänge RW Walldorf
hinten links : Stephania Haase (Atletik Trainerin, Physio), Stjepan Brkic, Tim Wanner, Abdelwahed Boujerad, Niklas Meyer, Luca Kaiser, Cian-Nam Banh,
Nicolas Gleiber, Nico Helbig, Sascha Volk (Trainer), Taner Yalcin (Trainer).
vorne links : Giuseppe Franco, Yu Ataka, Bilal Zerouali, Charles Anagu, Max Grün, Leo Seiler, Takuto Takana, Ryutaro Kishi, Panagiotis Kagkarakis.
Foto : Uwe Krämer
Bei der offiziellen Mannschaftsvorstellung sorgte Präsident Manfred Knacker mit einem Augenzwinkern für gute Stimmung. „Ich danke schon einmal für die 54 Punkte",
scherzte er in Richtung Mannschaft und Trainerteam. Eine solche Ausbeute hätte in der vergangenen Saison Rang sechs bedeutet. Am Ende standen jedoch 47 Punkte und
Platz zehn zu Buche.

Mit einer jungen, neu formierten Mannschaft startet Rot-Weiss Walldorf am Sonntag gegen Aufsteiger SV Unter-Flockenbach in die neue Hessenliga-Saison. Nach dem großen
Umbruch setzt der Verein auf Entwicklung statt großer Worte.

„Wir wollen besser abschneiden als in der vergangenen Saison", gibt Trainer Sascha Volk die Richtung vor. Nach Platz zehn im Vorjahr peilt der Verein einen Tabellenplatz im
gesicherten Mittelfeld an. „Vom Aufstieg zu sprechen, wäre vermessen", betont Präsident Manfred Knacker mit Blick auf den jungen Kader und den Etat im unteren Ligadrittel.
Volk sieht sein Team nach einer ordentlichen Vorbereitung auf einem guten Weg. Hoffnung machen auch die starken Leistungen einiger Nachwuchsspieler. Für Tore soll
Neuzugang Luca Kaiser sorgen, während der erfahrene Torhüter Max Grün der jungen Mannschaft mit seiner Routine den nötigen Halt geben soll.

Mit viel Talent, großer Motivation und einer klaren Perspektive startet RW Walldorf somit in die neue Hessenliga-Saison. Der Verein setzt auf Geduld statt großer Versprechen -
und hofft, dass sich die „jungen Wilden" schnell zu einer schlagkräftigen Mannschaft entwickeln.