In Zeiten moderner Kommunikation ist es auch für Vereine wichtig, sich gut im
Internet zu präsentieren. In loser Folge stellt das ECHO einige vorbildliche
Homepages von Vereinen und Verbänden aus Groß-Gerau und Umgebung vor.

Heute: SV Rot-Weiß Walldorf.

Im Vordergrund eine Art Eintrittskarte, auf der sich der Besucher unter anderem in
die einzelnen Vereinsabteilungen klicken kann. Im Hintergrund, größtenteils über-
deckt von dem Ticket, sieht man das Klubheim im Grünen. Auf der mit vielen Logos,
Bildchen und Fotos dekorierten Karte steht mittig, sozusagen als zentrale Botschaft:
„100 Jahre Sportverein Rot-Weiß Walldorf - ein sympathischer Verein". Zwei kleine
Eintrittskarten im großen Billet weisen auf Veranstaltungen im Jubiläumsjahr des SV
Rot-Weiß hin, darunter auf einen für den heutigen Dienstag bevorstehenden
Fußballknüller: ein Spiel gegen die Bundesligaprofis von Eintracht Frankfurt.

Das ist der erste Eindruck des Internetnutzers, wenn er die Adresse (Domain)
www.rw-walldorf.de aufruft: Verspielt wie ein ballverliebter Fußballer mutet die
Homepage des Walldorfer Vereins an.

Aber wenn der Besucher durch die Internetplattform dribbelt, passiert er eine Fülle
an gut sortierten Informationen - in Wort und Bild.

Virtuell durchs Vereinsleben dribbeln
Internet - Rot-Weiß Walldorf bietet auf seinen Seiten Fülle an gut sortierten Informationen - Angebot wird gut genutzt

14. Juli 2014 | dirk / Groß-Gerau
Jahre
Diese beiden ehrenamtlichen Helfer von Rot-Weiß Walldorf, Gerhard
Götze (links) und Gerhard Bartel (rechts), designen und betreuen die
Internetpräsenz ihres Vereins. Foto: Alexander Heimann
So sah die Homepage 2002 aus
Aufstiegsverzicht: „Faustschlag" für RWW-Spieler und Trainer
Dirk Winter (Echo Online)
Obwohl der Stadionumbau bald fertig ist, sind die Vorgaben der Regionalliga Südwest GmbH für den SV Rot-Weiß Walldorf noch nicht zu erfüllen. Ein Aufstieg hätte
viel Geld gekostet.
Artur Lemm macht keinen Hehl aus seiner tiefen Enttäuschung. Der Trainer der Walldorfer Hessenliga-Fußballer fühle sich gerade „ziemlich leer". Und der Kapitän
des SV Rot-Weiß, Tewen Spamer, sagt: „Leicht ist es für alle nicht gerade." Was ist beim Tabellenzweiten geschehen? Wie berichtet, hat der RWW-Vorstand am
Montagabend entschieden, auf einen möglichen Regionalliga-Aufstieg zu verzichten. Und das, obwohl der Verein fristgemäß bis 15. April die Zulassung zur
Regionalliga Südwest beantragt hatte.

Walldorfer Stadionumbau wäre für Regionalliga nicht pünktlich fertig geworden
Das Umdenken setzte bei den Klubverantwortlichen ein, nachdem man die Zulassungsbedingungen von der Regionalliga Südwest GmbH (RLSW) erhalten hatte -
darunter bauliche Vorgaben für das Stadion. Ein wesentlicher Teil davon wäre erfüllt mit dem geplanten Bau einer überdachten Sitzplatztribüne, im Erdgeschoss mit
Umkleidekabinen und im Obergeschoss mit weiteren Räumen. Mit diesem Stadionausbau „werden wir bestimmt nicht vor Oktober fertig", berichtet Vorsitzender
Manfred Knacker. Doch die RLSW verlange, die Bedingungen bis 28. Mai zu erfüllen: „Und da gibt es auch keine Kulanz." Also müsste sich der SV Rot-Weiß für
etwa sieben bis acht Heimspiele ein Ausweichstadion suchen, sodass wenigstens eine hohe fünfstellige Summe an Mietkosten auf den Verein zukämen: „Das zu
zahlen, sind wir einfach nicht bereit. Das wäre nicht nachhaltig." Außerdem habe der Vorstand sein Handeln nicht nur gegenüber der ersten Fußballmannschaft zu
verantworten, sondern müsse alle acht Abteilungen mit ihren insgesamt 1350 Mitgliedern im Blick haben.

Walldorfer Aufstiegsverzicht „ist natürlich brutal"
Der Vorstand habe entschieden, nun in Ruhe den Ausbau seines Stadions und der Infrastruktur auf dem RWW-Gelände fortzuführen, um dann fürs nächste Jahr eine
Regionalliga-taugliche Infrastruktur zu haben. Die Entscheidung, auf den Aufstieg schon in dieser Saison zu verzichten, „ist natürlich brutal", sagt Knacker, der von
einem „Faustschlag für Spieler und Trainer" spricht.
Vor dem Derby beim FC Eddersheim am Sonntag, 15 Uhr, muss die Lemm-Elf also extreme Nehmerqualitäten aufbringen. Ein persönliches Saisonziel ruft der
Trainer aber noch aus: „Ich würde trotzdem gerne die Meisterschaft holen, auch ohne Aufstieg. Weil eine Meisterschaft bleibt für immer."
Detaillierte Informationen
Gerhard Bartel berichtet auf seiner Jugendfußballseite über
alle 16 Nachwuchsteams des SV Rot-Weiß Walldorf, deren
Spieler er auch in Solo- und Mannschaftsfotos vorstellt.

Die aufwendigsten Seiten waren und sind jene der Fuß-
ballsenioren. Außer Berichten, Tabellen und weiteren
Statistiken bietet Gerhard Götze umfangreiche Daten-
banken: 523 Rot-Weiß-Fußballer sowie alle Spiel-
statistiken mit Spielerkader und Torschützen seit 1983 sind
lückenlos dokumentiert. Manchmal half der Zufall bei der
Recherche: Der Ire Alan Cornwall zum Beispiel, der
1985/86 bei RWW spielte, meldete sich im Juli über
Facebook bei Götze.

Im Archiv findet man alle Trainer der ersten Senioren-
mannschaft seit 1914 und die Endplatzierungen seit 1919.
Stadionhefte sind als Download eingestellt. Es gibt eine
Bildergalerie, in der Rubrik „Nebenschauplatz" sind Gags
und außergewöhnliche Bilder zu finden.
Registriert hat Gerhard Bartel im Jahr 1999 die Domain rw-walldorf.de, um Internetseiten der RWW-Jugendfußballer zu gestalten. Kürzlich schaute
sich der Einundsechzigjährige sein damaliges Werk nochmal an, um über vor Effekten strotzende Seiten zu schmunzeln. „Da piept und pfeift es
überall", erzählt Bartel von seiner virtuellen Spielwiese: „Ich habe halt alles ausprobiert, was möglich war." Dass im Webdesign weniger oft mehr
ist, hat Bartel längst herausgefunden und auch umgesetzt.

Zwei Jahre später ging Gerhard Götze - ohne von der Existenz der Bartelschen Plattform zu wissen - mit einer Homepage der Seniorenfußballer
online. Ein ehemaliger Arbeitskollege hatte ihm ein Computerprogramm für Webdesign geschenkt. Eines, mit dem der 67 Jahre alte Rentner heute
noch arbeitet, obwohl es längst nicht mehr verkauft wird. Immer wieder muss er den Software-Dinosaurier trickreich überlisten, um trotz dessen
beschränkter Möglichkeiten arbeiten zu können. Warum hält der gebürtige Berliner trotzdem daran fest? „Mit anderen Programmen komme ich
nicht klar", erklärt er: „Irgendetwas klappt dann nicht. Also bleibe ich bei dem, was funktioniert."

Inhaltlich füllte Götze seine Fußballseiten teils mit Texten aus dem RWW-Stadionheft, das er von 1991 bis Ende 2008 betreute. Bei der optischen
Gestaltung der Homepage ließ er sich von Vorbildern aus dem Profifußball inspirieren. Allmählich erweiterte Götze seine virtuelle Klubzeitung um
Beiträge aus anderen Abteilungen des Vereins - zunächst aber ohne einzelne, miteinander verlinkte Dateien anzulegen.

Götze musste also bei jeder Aktualisierung eine einzelne, bis zu 150 Seiten starke Riesendatei hochladen. Eine Geduldsprobe in einer Zeit, da die
Evolution der Telekommunikationstechnik noch kein turboschnelles Breitband-Internet hervorgebracht hatte. „Da konnte man in der Zwischenzeit
locker mal eine Stunde um den Block spazieren", erzählt Götze. Und wenn er nach einer Stunde wieder nach dem Rechten schaute, habe es gut
sein können, dass das Hochladen wegen Zeitüberschreitung abgebrochen war.

Als er dann auch noch feststellte, auf welch geringes Interesse die Homepage stieß, nämlich gerade mal drei bis fünf Besuche im ersten Monat
(Götze: „Das war ich wahrscheinlich selbst"), dachte er ernsthaft ans Aufgeben. Aber nichts da: „Ick bin zäh", sagt der südhessische Berliner.
Heute verzeichnet rw-walldorf.de im Schnitt 275 Besuche - und zwar pro Tag. Rekordtag war der 9. Juni 2011 mit 583 Besuchen, was Götze
insbesondere auf die damaligen Aufstiege der ersten Fußballmannschaft in die Verbandsliga und der U-19-Junioren in die Hessenliga zurückführt.

Seit 2005 machen Götze und Bartel unter rw-walldorf.de gemeinsame Sache. Auf der Eingangsseite, also der mit der Eintrittskarte, als virtuellem
Buchdeckel kann der Besucher sein gewünschtes Kapitel auswählen: Fußball, Jugendfußball, Tischtennis, Sportkegeln, Gymnastik, Gospel,
Badminton und Tanz. Einige Abteilungen haben ihre eigenen Homepages, manche Spartenseiten werden von Götze gepflegt.

Auch das Vereinsheim und das Sportgelände kann man sich anschauen, sich einen Überblick über RWW-Veranstaltungs-termine verschaffen,
Kommentare ins Gästebuch schreiben sowie einen Mitglieds- oder Änderungsantrag herunterladen.
Für Euch am Ball GG

Auszeichnung für die „Bude des Monats" - August 2025
Vor dem Anpfiff der Hessenliga-Partie gegen die U21 des SV Darmstadt 98 wurde Tewen Spamer vom Hessischen Fußball-Verband für die „Bude des Monats" August
2025 geehrt. Die Auszeichnung überreichte HFV-Vertreter Hartmut Schwöbel, der dem Walldorfer Defensivspieler die offizielle Urkunde übergab.
Tewen Spamer hatte sich die Ehrung mit seinem spektakulären „Monstertor" im Hinspiel gegen eben jene Darmstädter U21 gesichert. In dieser Partie, die die
Walldorfer letztlich mit 3:1 für sich entschieden, sorgte er in der 72. Minute für das Highlight des Spiels: Mit einem wuchtigen 25-Meter-Volley setzte er den Ball
unhaltbar in den Torwinkel und brachte den SV Rot-Weiß damit mit 2:1 in Führung.
„Wenn ich etwas kann, dann sind es Volleys", witzelte Tewen Spamer damals - eine scherzhafte Untertreibung angesichts seiner vielfältigen Qualitäten. Sein Treffer
wurde nicht nur spielentscheidend, sondern fand auch überregional Anerkennung und führte nun zur verdienten Ehrung als „Bude des Monats".
Der Verein und die Fans gratulieren herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung.
Foto: Michael Rebner
Auszeichnung für Benedikt von Hagen
Ehrung für Benedikt von Hagen - „Bude des Monats" April 2025
Vor Spielbeginn gegen Marburg wurde Benedikt von Hagen vom Hessischen Fußball-Verband geehrt. Der derzeit verletzte Spieler erhielt die Auszeichnung für die
„Bude des Monats" April 2025, überreicht von Alexander Thurn, dem stellvertretenden Kreisfußballwart.
Von Hagen hatte sich den Titel mit einem außergewöhnlichen Treffer verdient: Mit einem rund 55 Meter entfernten Schuss überraschte er nicht nur den gegnerischen
Torwart, sondern auch die rund 400 Zuschauer auf der Sportanlage.
Nachdem er sich den Ball kurz vor der Mittellinie erkämpft hatte, erkannte er die Situation sofort - der gegnerische Torhüter stand weit vor seinem Tor. Von Hagen
fackelte nicht lange und schickte den Ball mit einem präzisen Schuss Richtung Gehäuse. Das Leder senkte sich genau im richtigen Moment und landete unhaltbar im
Netz.
Ein sehenswerter Treffer, der nun offiziell als „Bude des Monats" ausgezeichnet wurde - und ein Moment, der sicher noch länger in Erinnerung bleiben wird. (em)